warten auf Gold

Ich bin schon zu alt um ernsthaft darüber nachzudenken

you kissed a girl and you liked it

Ich bin nur noch nicht alt genug um nicht mehr darüber nachzudenken

erst recht nicht heute

i kissed a girl and don’t like it

Im Zug dieses schokoladendunkle Stechen – wie beim letzten mal als ich in die Stadt gefahren bin

in the corners of the city i saw your face

in der Stadt, in der wir uns zuletzt trafen

thousend times and steps and times and steps and more

Nur war der Platz neben mir damals nicht leer

Wo ist der Elefant auf Fuchspfoten

you got it tonight, you will get it again

Und wenn ich heute

Und wenn ich heute nur ein Haar von dir finde

dann war es schon ein guter Tag

Wüstensand

Jetzt langsam merk ich es. Jetzt nach dem vierten Fick. so vögelst Du, aus purem Eigennutz, mir das Verliebtsein aus dem Sinn. Ob es nicht schad drum ist? Ich kanns schon nicht mehr sagen.

Und liegst Du, Augenblicke nur, schweigend und schön unter einem Blatt Papier, dann schreib ich Dir auf Deine blasse Haut

all die Sorgen, die ich um Dich habe. Und mit Dir um mich.

Denn was macht er nicht alles unsichtbar? Der heiße Dampf von Deinen weichen Brüsten aufwärtssteigt. Die unverschähmte Ignoranz, die sich zigrettenstummelgleich ins frische Blut einbrennt. Auffrisst mich, aus reiner Lust. Selbstlust.

Selbstlust und Blutdurst.

Der alte Mann gebrechlich auf dem blutigroten Laken liegt, am Fenster Du, vor Herbstlaubbuntenblätterbäumen. Und ich, glücklich geschändet, zerbreche mir den Kopf am Kissen.

Verehrtes Fräulein

Es regnet rein. In meinen Kopf.

Und ich ertrinke in Sehnsucht nach Ihnen.

Kopfkissen

Polster, so nennen sie es hier.

Hier. Wo immer das ist. Auf jeden Fall da, wo du nicht bist.

Ohne Polster unterwegs. Ohne Kopfkissen unterwegs. Ohne Kopf.

Ohne Schuhe.

Nur etwas Rhythmus der schwebendlangsam vorwärts trägt. Schöne Stimmen die mir immer wieder meine Gedanken vorsingen. Hell und klar. Musik aus der Stadt die dir alles bedeutet. Deine Heimwehstadt.

Immernoch halte ich mich an Raufasertapete fest. Auch heute Nacht. Raufaser gibt es überall. Wenigstens das. Kümmerliche Reste von Kopfkissen. Kein Polster. Nichts, auf dem ich den immerpochenden Kopf ablegen kann. Keine Schulter, die ich jetzt küssen kann. Keine Zuckerwatte, die mich all das vergessen lässt.

Ich kleb den Kopf an die Wand, lass ihn ausbluten. Rotes Blut auf rauen Fasern ist sicher schön. Und dann spazieren, Kopflos schwebend in Richtung Ernüchterung

lass ich mich irgendwann wieder,

irgendwann wieder

irgendwann

Fallen. Auf Polster und Kissen.

Begegnung zweier Menschen in Einsamkeit

Wir leben nun beide in diesem Land, dass unsere Sprache nicht spricht. There is no chance to trust. We are always strangers. Both.

Und so sind wir zwei Fremden uns am nächsten. Geben uns, was wir brauchen und nicht finden können. A little bit of love. Wärme. Even if there are no words between us. Just these words from the past.

Und die Worte, die Hände auf Haut schreiben. Die Sprache von Sehnsucht. Yearning. Just Words.

But you know my hands on your skin. And i know yours.

I know them like the song i played on the piano.

Wie die Zuckerwatte die ich gepflückt habe. Den Rosenduft im Dezember, der durch den Schnee dampft. Klar. Deutlich.

I know everything i want to know. Nothing real.

Ich weiß schon kaum mehr deinen Namen. Ich wusste ihn nie.

Ich wusste immer nur Sehnsucht. Und wie es sich anfühlt, wenn du sie auf meine Haut schreibst. We were very close far away. Far Away. Weit weit weg. Without any translation.

Maybe sometimes we are wrong.

Maybe sometimes we have to be wrong to stay alive.

Metaphern

Du und Dein Berg.

Landkarten quäle ich mich auf und ab und um ihn zu finden. OSTSÜDOSTOSTOSTSÜD. Irgenwo da. Der Berg auf dem ich Dir heute gern begegnen würde. Du würdest von Menschen erzählen die ich nicht kenne, von Orten an denen ich nie war. Würdest Worte benutzen, die es nicht gibt. Nicht in meinem Kopf.

Ich und mein Berg

Dort riecht es noch nach dem nassen Holz, den regenfeuchten Waldbodenwürmern. Dampfend bin ich wieder gerannt. Bergauf. Die langen Haare im frisch rasierten Gesicht. Aber es roch nun einmal genau so. Dampfend bergauf. Keine Metapher – Wünschlichkeit. Dinge die sein sollen sind. Menschen die sein sollen werden. Werden gewollt. Solange es eben geht.

Nach.

Ich müsste aufsteigen. Aussteigen. Satz für Satz von Dir. Ohne Übersetzung und bei voller Fahrt. Es wäre nicht einmal Zeit zu bremsen. Gleichwarmer Fahrtwind zwischen unbeschuhten Zehen. Bremsen ist auch nichts für Dich. Auch nichts für Mich. Ich würde einfach irgendwo warten. Auf die Prinzessin auf der Erbse. In einem Café auf dem Flughafendach. Weit und breit kein Berg. Aber ich könnte in dieser riesigen Tasse mit dem Kakaoherz versinken. Und die würde riechen. Duften. Dampfen. Genau. Nach regenfeuchten Waldbodenwürmern. Nach allem was ich will. Nach deinen Metaphern. Nach meinen Metonymen. Nach Fernweh und nach Reiselust. Nach Sehnsucht. Nach süßem Schnee vom letzten Jahr. Nach warmer Nähe. Nach hier.

Nach

Rezension eines Sonnenuntergang

Und plötzlich war es Schwarz. Dunkle Nacht. Das Ende einer bis ins Detail geplanten Choreographie von der man eigentlich annehmen dürfte, dass sie nach den unzähligen Auftritten reibungslos funktionieren könnte. Erwartbare Langeweile. Alltäglichkeit am Horizont mit dem immergleichen Auftritt, dem immergleichen Abgang: Nacht.

Und doch, allabendlich sitzen die verschränkten Pärchen, die sentimentalen Denker, die Genießer eines guten Rotweins auf Ihren Balkonen, Gärten, offenen Terrassen oder am sandigen Ufer des nächsten Sees. Sitzen, den Tag hinter sich, vereint zum still staunenden Publikum und lassen sich vom letzten gelbwarmen Schein den Alltag aus dem Gesicht strahlen. Zehn Minuten über Horizont, da werden Banker und Putzfrau gleich, geeint von der kitschigen Romantik der sinkenden Sonne. Oder besser, der sich abwendenden Erde. Wir verschwinden uns von der Sonne. Fünf Minuten vor Horizont, verliert sich das Gelb zu Purpur, wird samt und ein paar aufgeworfene Wolken stehen mutig heut im Bühnenbild. Eine Irritation aus völlig überflüssig kondensiertem Wasser. Die Schatten zu ganzer Pracht gewachsen, brennt auf einmal alles Rot in der letzten Minute vor Horizont. Brennt zwar die Bühne, doch weht schon kühler Wind in die erhitzten Gesichter des Auditoriums. Ganz geblendet sind sie und neigen ihren Nasen in den Nacken der Liebsten, zum Feierabendtee, zurück in den Börsenteil. Der Vorhang ist gefallen, leuchtend noch ein letztes Licht, giert nach Applaus, doch alles schweigt. Kein Klatschen. Dunkle Nacht.

Sanftmut hellen Flaums

berühr ich Dich

mit einem Lufthauch nur am Unterarm

und wehrst Du Dich nicht, lässt Deine blassen Haare weiter zittern

wage ich einen Kuss

nach Stunden gelben Mondes auf deine entblößten Schultern

streich Dir Dein Haar

hinter das mit Kirschen behängte Ohr

und drehst Du Dich nach sternenlanger Nacht zu mir

sitzt deine Maske nur mehr halb

dann schieb ich sie, mit schwerer Hand

die ängstlich blasse Maske Dir zurecht

vorbei an des kleinen Fuchses feuchter Nase

die ich doch so liebe

im zug

Gerettet. Mein Herz.

Ein gefühltes halbes Leben.

An zwei wunderbaren Tagen. In immerfesten Schuhen. Bodenlos. Wie ein Roman, des letzte Seite mit der Zugtür schließt.

Am Bahnsteig war dann alles schwierig. Der Gipfel der Übertreibungen.

Aber wenn wir dann wieder aufschlagen,

in neuen Schuhen, dann sind die Seiten wieder leer und das Fass mit Tinte ist noch voll.

Immervoll und bodenlos.

Danke für alles Zugelassene.

Danke für alles Nicht-Zugelassene.

Und ein letzter Kuss heute Nacht aus den regenschweren Wolken des Malers Magritte.

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